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Es geht hier nicht um Lokales, sondern um eine eigenständige
künstlerische Leistung Bayerns während des 18. Jahrhunderts.
In Auseinander-setzung mit der klaren französischen Architektur
und der gekonnten illusionistischen Architektur-malerei Italiens,
schufen seine Künstler die Rokokokirche als ein räumliches
und bildhaftes Gesamtkunstwerk zugleich.
Dazu wurde die Tektonik der Architektur optisch aufgehoben
und ein Zusammenhang mit dem farbigen Deckenfresko hergestellt.
Dem Ornament, der Rocaille, kommt bei diesem Prozeß
eine wesentliche Rolle zu. Auf dem Höhepunkt der
Epoche erreichte dann das Muschelornament, wie man Rocaille
auch übersetzen könnte, eine so große
künstlerische Freiheit, daß es sich von seiner
Gebundenheit an den Grund löste und sich als abstraktes
Kunstwerk etablierte.
Die bayerische Rokokokirche steht in ihrer Tendenz, den architektonischen
Raum zu vereinheitlichen ohne die Sakralität aufzuheben,
zwischen der spätmittelalterlichen Kunst und der Moderne,
eine Leistung, die in der bisherigen Forschung kaum erkannt
worden ist.
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