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Das Irrationale und das Sakrale

Karsten Harries
DIE BAYERISCHE ROKOKOKIRCHE


Es geht hier nicht um Lokales, sondern um eine eigenständige künstlerische Leistung Bayerns während des 18. Jahrhunderts. In Auseinander-setzung mit der klaren französischen Architektur und der gekonnten illusionistischen Architektur-malerei Italiens, schufen seine Künstler die Rokokokirche als ein räumliches und bildhaftes Gesamtkunstwerk zugleich.
Dazu wurde die Tektonik der Architektur optisch aufgehoben und ein Zusammenhang mit dem farbigen Deckenfresko hergestellt. Dem Ornament, der Rocaille, kommt bei diesem Prozeß eine wesentliche Rolle zu. Auf dem Höhepunkt  der Epoche erreichte dann das Muschelornament, wie man Rocaille auch übersetzen könnte, eine so große  künstlerische Freiheit, daß es sich von seiner Gebundenheit an den Grund löste und sich als abstraktes Kunstwerk etablierte.
Die bayerische Rokokokirche steht in ihrer Tendenz, den architektonischen Raum zu vereinheitlichen ohne die Sakralität aufzuheben, zwischen der spätmittelalterlichen Kunst und der Moderne, eine Leistung, die in der bisherigen Forschung kaum erkannt worden ist.


 

Karsten Harries, DIE BAYERISCHE ROKOKOKIRCHE, Neu überarbeitete und erweiterte Übersetzung aus dem Englischen: "The Bavarian Rococo Church - Between Faith and Aestheticism"; 1. Auflage, Dorfen 2009, - 432 Seiten, 32 Farbabbildungen, 100 sw-Abbildungen; Leinen, gebunden, Schutzumschlag, Leseband; ISBN 978-3-9810376-4-7; Preis: 49,- EUR, portofreie Lieferung.

 

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